Einmalige Walderlebnisse
Untertitel hier eingeben


                 BEGINN (Seite 1)                                "Besondere  Walderlebnisse":                                                                   Wer die Ruhe nicht im  W a l d   findet,   wird sie woanders vergeblich suchen

     ( Hl. Bernhard, Abt und Mystiker )

                                              V  

DAS WALDVIERTEL  ist ein landschaft-liches Eldorado und verdient es daher, dass  es  auch  aus  touristischer Sicht  verkehrsmäßig     besser   erschlossen  wird, denn vor allem die Urlauber, wel-che über  die westlichen   Nachbarlän-der anreisen,  sind  bei  ihrer  Fahrt die letzten 30 bis  40 Kilometer mit "unge-wohnt  veralteten"   Straßen   konfron-tiert. Jene,  echte Ruhe- und  Erholung-suchenden, die trotzdem -  ob aus Inte-resse oder Erfahrung, Sehnsucht  nach  diesem einmaligen "Refugium der  Stil-le"  haben, sind  rund  eine  halbe Stun-den vor  ihrem Ziel  mit  einer  zweispu-rigen, kurvenreichen Asphalt-Fahrbahn  konfrontiert.  Als  Entschädigung dafür  erwartet   die  Besucher  bei  ihrer   An-kunft  eine unverfälschte hügelige und  sehr stimmungsvolle  Gegend,  die mit  ihrem  zurückhaltenden  Zauber,  dem  Gast n i c h t  gleich im ersten Moment  vereinnahmt   und   jedem  "stürmisch um den Hals fällt", (wie die alles überra-genden  hohen  Berge oder das unend-lch   weite,  blaue  Meer), sondern vom Fremden   buchstäblich   "schrittweise" entdeckt   werden   will.  So  lernen die meisten Gäste das  Land  erst  nach  ei-nigen  Tagen  wahrlich  kennen,   wenn  sie beim gemächlichen Wandern  inmit-ten  bunter Wiesen, entlang  blühender  Felder sowie im allgegenwärtigen  grü- Nadelwald,  vom  Zauber des Waldvier-tes  inspiriert  werden  und  dann  bald mit der Natur in ihrer atmosphärischen Gerlassenheit in einem vertrauten Ein-klang stehen.                                                                                                            AUCH DIE  weiteren  Tausend  kostba-ren  Privilegien  der  Natur  und  deren  therapeutischen Strömungen  werden  in  dieser  sehr  stimmungsvollen  und  traumhaft  unberührten  Gegend freu-dig  wahrgenommen. Nur  so harmlos, wie sich das -  ein  noch  im Alltag des Berufslebens  verhedderter  Großstäd-ter  (den  wir  bei  seinem  ersten  Aus-gang in Richtung  immergrünen  Forst  inkognito  "auf den Fersen"  bleiben) - vorgestellt hat, ist dieses Unterfangen gar nicht.  Denn der Erholungssuchen-de würdigt in seiner Hektik ein munter quirlendes   Bächlein  auf  der  rechten Seite seines Weges ebensowenig, wie den anmutigen kleinen Mischwald auf einer Anhöhe zur linken Hand.

Ebenso  schenkt unser Enspannungssuchender  den am Ran-de dieses  Haines  "Block auf Block"  von  den  Elementen gi-gantisch aufgeschichteten - und so geradezu "ins Auge sprin-genden" - hohen Granitformationen,  infolge seiner noch  be-trieblichen  Abhängigkeit, keinen Blick:  "Habe ich der Sekre-tärin gesagt, dass Günter Ressl (ein LKW-Chauffeur) am Mitt-woch  vom  Krankenstand  zurückkommt und  für eine  Fahrt nach Saarbrücken eingeteilt  ist?"  Ein Rabe, auf dem  Wipfel  einer knorrigen Saumfichte des inzwischen erreichten, ange-strebten  Nadelwaldes,  entbindet  mit  seinem  lauten  "Kra-Kra"  den  Wanderer  einer Antwort auf die an sich selbst ge-richtete Frage. "Soll das die Begrüßung  zum  Eintritt  in  den  Wald   sein?"  ruft  der   Gestresste  zur  eigenen   Verwunde-rung über seine spontane  Reaktion  auf  das  Krächzen  des schwarzen  Gesellen  in  dessen  Richtung.  Der Rabenvogel  scheint   jedoch  an  einem  "Gespräch"   mit  dem  "Erdmen-schen"  nicht  besonders   interessiert  zu sein : Er  schwingt    nach diesem  Zuruf die  Flügel und flattert - verfolgt von den Blicken  des  "Waldforschers"  -  über  die  unter  ihm  liegen-den Kartoffeläcker durch  die  Luft,  bis  er nach einigen hun-dert  Metern auf  einer kleinen Wiese landet. "Hier  ist  alles ganz anders als im normalen Leben",  stellt  der  Urlauber ü- berrascht   fest  und  setzt  seinen  Weg  in  seiner  Richtung fort. Im Wald  fällt  ihm auf, dass  der Weg  hier  etwas  holp-riger  ist.  "Aber  das   passt  schon  -  herrlich  ruhig   ist   es  hier !"  -  stellt  er  erfreut  fest  und  nimmt  sich  gleichzeitig  vor, nicht mehr über zu  Hause nachzusinnen, sondern  über-legt, wie  er und  seine  Frau  die kommenden drei  Wochen in dieser - was  ihm inwischen langsam dämmert  -  "zauber-haft ruhigen eigenen Welt"  verbringen werden :

                                       V

V

Viel  Spazierengehen,  Naturgeheimnisse aufspüren, Ausflü-ge  zu  Sehenswürdigkeiten  machen, "nicht  an  den  Alltag denken",  Erlebnisse auf sich zukommen lassen,  aber auch Veranstaltungen  besuchen :  Im Hotel liegt eine  Broschüre    "DAS  WALDVIERTEL   vom   Maibaumaufstellen  -   Burgen, Schlösser und  Klöster - bis zum Oktoberfest"  auf, die auch     ein umfangreiches  Veranstaltungsangebot enthält. Dieses Prospekt  kann  ihm  und  seiner Frau  Elvira  als  wertvolle  Hilfe  für ihren  "Alternativurlaub"  dienen.  (Die  "gestylten", "standardisierten"  und lauten Massenversammlungen, der  bisherigen Urlaube, sind  weit in den Hintergrund geraten).   Nach  etwa  300  Schritten  verlässt  der  ein  ruhiges Plätz- chen  zum  Sitzen  Suchende,  den  Waldweg  und  wandelt wahllos zwischen den Bäumen herum. Zehn Minuten später trifft er auf einen etwa kniehohen Ameisenhaufen, auf dem offenbar  ein  konfuses  Durcheinander  herrscht. Trotzdem sieht  er  dem  emsigen  Treiben  interessiert  zu  und muss   nach   längerem   Beobachten  des   anscheinenden  "Wirr-warrs"  feststellen,  dass  keines   dieser  fleißigen Tierchen    einen   "unnötigen   Schritt"  macht.  Jede  Bewegung    hat  ihren  Sinn,  die  im  Detail -  wie er daheim nachlesen  wird  - z. B.    dem   anspruchsvollen   thermischen   Wohnbau   für  den  Winter  im   Inneren  des  Hügels,  der  Ernährung des      Volkes,  der Nachwuchspflege,  der  Verteidigung   und  an-deren  Lebensbelangen  dienen. Jede  eigene "Truppe" hat hat ihren Aufgabenbereich. Er könnte diesem planmäßigen "Getriebe"  stundenlange  zusehen.  Da  er  jedoch von  der Wanderung  etwas  ausruhen  möchte, muss er  weiter eine    Rastmöglichkeit  suchen  und  verlässt  schweren  Herzens  das Wirkungsfeld der krabbelnden  Schwerstarbeiter. "Aber  ich  komme wieder, verspricht  er  seinen neuen "Freunden" zum  Abschied.

 V 

  V  

Wald :  Balsam für Leib und Seele

Beim   weiteren   Hineingehen  in   den  Wald   achtet  er  stets  darauf, "seinen"  Hauptweg  immer im Auge zu be-halten,  um auch wieder heim zu finden. Endlich erblickt er in  einiger  Entfernung  bei  zwei  mittleren Buchen  ei-nen  Baumstrunk zum Niedersitzen. Er legt seinen Pullo-ver auf den Holzstock und setzt  sich. Plötzlich  sind  sie  wieder  da  die  Fragen  von zu Hause: "Habe  ich  Oma  und den  Kindern  gesagt, dass sie "Ronax " (dem Haus-hund)  jeden  Tag  in  der  Früh  auch einen Napf voll fri- schem Wasser hinstellen müssen?"

BITTE LESEN SIE WEITER

              AUF DIESER SEITE GANZ OBEN RECHTS !

                                              V

                               V                                                                    V                                 SEITE  3 :


Für User:  Bitte lesen Sie nun hier weiter  (nach dem Schluß von rechts (oben)  !                                                                                                

GELEGENTLICH  definieren sie gemeinsam Blumen, die  ent-lang  des  Weges  wachsen. Besonders angetan sind sie auch von  einzelnen  kleineren  Nadelwäldern in "greifbarer" Nähe  und dem ebenso  malerischen  Waldpanorama  in  der Ferne. Entspannt  plauderten die beiden nebenbei über den  gestri-gen  Besuch  im  Museum  mit  einer Sammlung  von  urzeitli-chen  Exponaten  und  Skeleten  aus  der  300-millionenjähri-gen  Erdgeschichte.  Er :  "So  viele  Millionen  Jahre Vergan-genheit zu dokumentieren, das  ist schon imposant und heu-te"..."Halt, bleib steh´n, Joachim!", unterbricht ihn seine  Frau unerwartet vehement,  als  sie an einer  Birken- und  Föhren-gruppe  vorbeikommen,  in  deren  Bereich  mehrere  riesen-große Granitsteine liegen.  In  vielen  Jahren hat sich auf der Oberfläche dieser  Felsen  eine Schicht  aus Erde, Streu und Nadeln  angesammelt.  Dieser  Humus  bildet  die  spärliche  Grundlage für einige kleinere  Birken- und  Nadelholzspröss-linge.  Elviras  Aufmerksamkeit  gilt  jedoch nur den Wurzeln  einer etwa  zwei  Mann  hohen Föhre,  die auf  einer  breiten  Abstufung des Felsblockes steht.  "Da  schau  dir  das  an !",  sagt  sie zu ihrem Mann und  zeigt auf  eine zirka  70  Zenti-meter  lange  Wurzel  des Baumes,  die  einen  selbstständi - gen  Weg über den  Stein genommen hat und dann in  einer Kluft zwischen zwei Blöcken Richtung  Boden verschwindet.    FÜR DIE   Wanderer  ist  das  ein botanisches Kuriosum: Der eigenwillige  Erdtrieb besorgt so  zusätzlich  für  den  Baum  Nährstoffe  und  Feuchtigkeit  aus dem Boden. "Wie gibt es das?",  fragt  er.  Wie weiß die Wurzel,  w o  sie  zu  Nahrung und Wasser  kommt?   Elvira  meint,  dass  der  Grund  dafür  atmosphärisch - hydrologische  und  geologische  Strahlen  sein  könnten.  Worauf  er erwidert:  "Du mit  deiner Wissen-schaft - für  mich  ist das  ein  Wunder !"  Als  Elvira  mit den Worten:  "Wahrscheinlich  haben  wir  beide nicht unrecht !"  einlenkt,  bleibt für die beiden  "Entdecker"  lediglich die Er-kenntnis, dass die  Natur  nicht  nur  keinen Fehler machen   kann, sondern im  Verborgenen "nebenbei" auch phänome-nale  übernatürliche  Werke  hervorbringt.  Im Weitergehen   sind  sie sicher,  dass das Waldviertel - wenn beide auf ihre Sinne  vertrauen  -   für  sie  noch  "einige"  ungewöhnliche  "Geheimnisse"  bereithält...!   

ALS  sie  nach  einiger  Zeit  in  den angestrebten Wald - hin-  eingehen, sind  sie zuerst von den vielen hohen  Bäumen  ü - berrascht.  Im  Stillen hätten sie sich  eine  etwas  "heimelige-re"  Atmosphäre gewünscht. Sie wandern weiter und  stellen nach einer  Viertelstunde  fest,  dass  die hohen Stämme et-was zurückweichen, daher beschließen sie den Waldweg zu verlassen. "Merk´ dir den  Weg",  sagt  die Frau.  Er murmelt nur:  "Ja, ja".  Der  Mann blickt  stets  suchend  herum,  wäh- rend  sie  hinter  einer  Lichtung  einen  Jungwald  entdeckt  hat  und  diesen  gezielt  anstrebt.   Als  auch  Joachim  dort  eintrifft, hat sie schon das Gelände erkundet und präsentiert  es  ihm  begeistert.  Tatsächlich  scheint  der  Platz  ideal für  eine Rast. In  einiger  Entfernung  verhindert  eine  steile An-höhe mit einem "Gebirge" von efeuumwucherten und Moos  bedeckten mächtigen Steinen ohnehin  ein  Weiterkommen  in  dieser Richtung.  Zwischen  höheren  Bäumen und  dem Jungforst   bietet  eine  kleine  Gras-  und  Heidekrautfläche  einen  Platz zum Verweilen.  "Das  ist  für  uns  wie  geschaf-fen",  meint er und  breitet gleich seine mitgebrachte  Decke  auf  einer kleinen  Grasfläche neben  dem Beerenkraut aus.  Die  Frau stellt in einiger Entfernung  ihren  Klapphocker an  eine  mittelstarke  Lärche und  setzt  sich hin, wobei sie den Stamm  als  "Rückenlehne"  verwendet,  da  sie  weiß,  dass  im   Inneren   des  Baumes  heilsame  Substanzen  strömen,   die  dann zum Teil  auch  die Aura des   Waldes  bereichern.  Elvira  wirft  noch   einen  Blick in  Richtung  ihres  Partners, kann  ihn  aber  nicht erblicken. Sie steht nochmals auf  und da sieht sie ihn ihn, "alle Viere von sich gestreckt" zwischen den Beerenstaudent liegen. "Na, um den brauch´ ich mir kei- ne Sorgen zu machen",  sagt  sie  zu  sich  im  Niedersetzen.  Was  hat  er  gesagt ?  Erstens,  die Augen  schließen,  zwei-tens,  nichts  Bewusstes  denken  und   nichts  tun,  drittens,  die  Augen geschlossen  halten. Gut,  sie schließt die Augen. ("Das war kein Problem...!")  Aber : Nichtsdenken und Nichts-tun,  wie  soll  d a s  gehen?  Ihn  kann  sie   jetzt   auch nicht  fragen. Je  mehr sie sich  anstrengt,  nichts  zu  denken,  um-so  mehr   "Dinge"  stürmen  auf   sie  ein.  Sie  erinnert   sich  an   die  Tipps  ihres  Mannes:  Nicht  wehren,  nicht   gewalt-sam   alles  ausschalten   wollen:  "Gar - nichts - tun".   Als  in  der   näheren  Umgebung  eine  Wildtaube  gurrt,  öffnet  sie  kurz die Augen.  "Oh  Schreck,  das darf  nicht  mehr  passie-ren!",  flüstert sie. "Aber warum gibt  es hier keine Vogelstim-men?"  Im  gleichen  Moment erkennt sie,  dass  sie  sich  zu  wenig  an die  "Vorgaben"  des  "Nichts  bewusst  denken - nichts  tun!,"  hält.  Und  so  nimmt  sie sich vor : Einfach alles  geschehen zu  lassen, was  bei geschlossenen  Augen kom-men  will. Dabei  hilft  ihr  die  Erkenntnis, "dass  ja eigentlich  momentan  eh´  nichts  wichtig ist".   An etwas  Schönes  den-ken !  Aber  da  kommt ihr  -   zum  Trotz-  plötzlich das ärger-liche falsche Abzweigen mit dem  Auto in den  Sinn,  zu dem sie  selbst  ihren  Mann  während der Fahrt nach Eggenburg ungewollt  verleitet hat.  Und  sie  dann  drei Kilometer in die verkehrte  Richtung   gefahren  sind.  Während   der  ganzen Rückfahrt  auf   dieser  falschen  Strecke   hat  Joachim  leise vor sich  hingepfiffen :  (Das  war  "Tierquälerei",  erinnert sie  sich  halb  belustigt.  "Wenn  er  wenigstens  ,anständig´  ge-schimpft hätte...!")  Aber was soll  der Schmarrn  hier?  Es ist sicher nicht im "Sinne  des  Erfinders", wenn ich hier  solche   Mißgeschicke  aufwärme:   So  ein  "negatives  Zeug",   kann  nicht  zum  gewünschten  "Ruhigwerden"  führen.  Nach  ei-ner   längeren  Weile  des   "In - sich - Hineinhorchens",  wird  sie   tatsächlich  spürbar  gleichgültiger.  Ihre  Sinne  werden  jetzt  zu  den  bemoosten  Steinen  da  vorne  gelenkt.  "Gut von  mir  aus".   Doch auch dafür nehmen ihre Gefühle  bald  wieder  ab.  Langsam  bemerkt  sie,  dass sie  eigentlich  gar  nichts richtig  interessiert,  sondern  am  liebsten  ihre  Ruhe  hätte.  Aber  "wie  es  halt  immer auch  ist".  Angenehm  em-pfindet sie die  zart  harzige  Waldluft  und  die ungewohnte, wohltuende  Stille.  Nur  die  Taube gurrt in unregelmäßigen Abständen. Allmählich stellt sich eine  - nicht unerwünschte Gleichgültigkeit  -  ein und so besteht  jetzt  auch  keine  Ge-fahr  mehr,  dass  sie  die Augen willkürlich  öffnet. Das Letz-te, was sie einnickend denkt ist :  Hier möchte  ich   i m m e r  sitzen  bleiben.  Das  leise  Zwitschern  einzelner Vögel geht jetzt schon im Dämmerschlaf unter...

JOACHIM  glaubt schon Routine zu haben. Aber weit gefehlt ! Als er die Augen schließt, schießen gleichzeitig die Gedanken ein :  Morgen  fahren  wir nach Rappottenstein, wo eine Burg-besichtigung geplant ist. Muss ich vorher tanken? - "Nein, so geht das nicht !" Was hat dieses ungebührliche "Getue" da in diesem Wald verloren? Indessen hat er auch ganz auf  "seine  Theorie"  vergessen :  Gar nichts tun,  sich nicht wehren,   Ge-danken  an  "die  Welt  da  draußen  muss  für  ihn  Luft sein ". Wichtig ist jetzt nur:  Augen zu und  "geistig wegtreten´".  Das Empfinden,  dass  es  momentan nichts Sinnvolleres gibt, als  hier zu liegen, verleiht  ihm  eine  große  innere Genugtuung.  Als sich  schließlich  "seine"  Ameisen  "einschleichen",   wird  er von dieser eigenen Welt vereinnahmt  und  alles nimmt al-les   seinen  gewohnten  Lauf.  Nach  einigen  Minuten  "über-wältigen"   die   unzähligen,  vor  seinen   geschlossenen  Au-gen  rastlos  grabbelnden   Ameisen,  sein   bereits  geschwä- chtes  Bewußtsein,  bis  ihn schließlich  das  "ganze Volk"  in der beruhigen Formation einer  ständig  größer werdenden  imaginären  Spirale all´  seiner  Gedanken  entbindet...              

                                        * * * * * * *         

ELVIRA  erwacht  nach  einem  längeren  tiefen  Schlaf  und dem  schönsten  Traum  ihres Lebens  nach etwa  einer drei-viertel Stunde. Sie  fühlt sich glückselig  und will  diesen  Zu-stand vollaus  genießen. Als sie sich nach etwa  zehn  Minu- ten erhebt und in Richtung ihres Mannes schaut, ist die Dek-ke  leer :  Er wandert über einige hundert Meter entfernt  su-chend  herum.  Nach  längerem  Winken und  halblauten Ru- fen, kommt er dann näher. Sie geht ihm ein Stück entgegen. Dann fallen sie sich - beide sichtbar  zufrieden  - lachend  in  die Arme und tauschen ihre Erfahrungen aus. Die Frau fragt  ihn  lächelnd: "Hast  du einen Ameisenhügel gefunden?".  Er steigt auf diese "anzügliche" Frage nicht gleich ein :  "Wieso, ich  habe ja Schwammerl gesucht ? Trotzdem  werde ich  dir  übermorgen die Wunderwelt meiner kleinen Koryphäen  zei-gen". Sie freuen sich  beide schon  heute  auf  die damit  ver-bundene   "Waldinspirierung"   und   genießen  noch   einige  Zeit  das  behagliche  Flair  ihres Rastplatzes,  dann wandern sie  Hand  in  Hand  zurück. Wie  beim Hingehen, nennen sie wieder die ihnen  bekannten  Blumen und Pflanzen am Weg-rand  mit  ihren Namen:  Buschwindröschen,  Spitzwegerich,  Waldveilchen,  Storchenschnabel,  Schafgarbe..."              Elvira  kennt auch einige herumschwirrende Schmetterlinge :  "Tagpfauenauge, Schwalbenschwanz,  Admiral".  Jochim will mitreden können :    "Und wie heißt der gelbe da?",  fragt  er  scheinheilig. Darauf sie :  "Na,  den  kennt  doch  jeder Depp, das  ist  der  Zitronenfalter."  Joachim  verschlägt  es  fast die Rede.  Er wollte sich aus der Affäre ziehen und  sagte zu  sei-nem Verhängnis : "Ich  häte  es ohnehin  gewußt,  ich  wollte  dich nur testen".  Sie, gaudihalber :  "Ich  sagte  ja, den kennt  jeder Depp !"  Er  mußte  darauf  einsteigen und fragte : Und wie heißt der blaue  dort ?" Sie: "Wo ? Blau ---?"  Er : "Jetzt ist er weg,  das  war ein  "Zwetschkenschwärmer".  Sie : "Gibt´s das ?".   Er :,  "Ja ! - weil es ja auch einen Grünen Paprikafalter  gibt". Sie :, steigt auf seinen Schmäh ein: "Was du alles weißt ! Ich nehme den "Doppel-Depp" zurück und ernenne dich zum en- de Pflaumenschws  meinte : stieg darauf ein und  reagierte, um ihn zu hänseln. Das war eine weitere "Stärke" von ihr.  Daran hatte er auch  Spaß.      er  Spaß,  narren.    Ihm genügt  e i n  "Depp" ! Daher sagt er nur :  "Schön, geh´n wir weiter !".                                                                                                                                                              V

    VOM  WALD HABE ICH              MEHR  GERLERNT ALS              AUS ALLEN BÜCHERN               (Bernhard v. Clairvaux, Abt u. Mystiker um 1200)

    E N D E  DER "WALDERLEBNISSE" !                                                                          

    HIER GEHT´S WEITER MIT  "WALDERLEBNISSE" (Seite 2)                   

           Wer nie vom Weg abkommt,                        bleibt  auf der  Strecke ?!?                                               V

                           ***********

Was  phantasierte  ich  da  wieder  herum, ärgert er sich. So komme ich nie zur Ruhe! Das ist doch alles nur  psychischer Ballast, um das innere "Freiwerden" zu verhindern ! - "Weg    ihr  störenden Alltagsprobleme!"  -   Aber was war das?  Zwitscherten  hier  Vögel?  Tatsächlich,  das gefiederte Volk führt in den Bäumen anscheinend einen melodischen Dialog. Der  "Waldbesucher"  schließt  die Augen:  Man  sollte  halt  die  einzelnen  Stimmen zuordnen können:  Buchfink,  Amsel, Rotkehlchen, Meise? Führen sie Liebesgespräche oder geben  sie  ein  Konzert?  In der Ferne hackt ein Specht wie verrückt : Nur die Augen nicht öffnen!  "Die gute Luft !" Denn jetzt nimmt er auch das   das  dezente  Fluidum  der  ätherischen Öle und Harze in der Atmosphäre und von den Bäumen wahr. Ein woh-liges Gefühl umgibt ihn.  Doch im gleichen  Moment wollte sich schon   wieder  eine  Angelegenheit  existenzieller  Natur   ein-schleichen. Das  empfindet der  gerade dem Trubel entronnen  Geglaubte   als  unfaire,  hinterhältige  "Belästigung"  und   er  drückt  als  Reaktion darauf  die  Augen noch fester zu :  So ging  das nicht weiter ;  Er musste eine Methode finden, wie er die  "Welt von da draußen"  von sich fern halten  konnte.  All-mählich nimmt eine  Idee  Formen an:  Nichts tun - gar nichts tun!  Und  schon  gar  k e i n e n   H O  S  !   N i c h t   zwanghaft   "Abschalten"!  Kein  konzentriertes  Medi-tieren!  Nicht  gewaltsam Entspannen!  Sondern:  Mit geschlos-senen  Augen  den Gedanken  freien Lauf  lassen.  Aber auch dieser  Versuch  scheint  in  die  falsche  Richtung  zu  gehen : Sein Sinnen kehrt  diesmal  zu  einer "logistischen Angelegen-genheit"   in  der  Firma  zurück.  Diesem  Thema  kommt  ihm  jetzt  ganz  zur Unzeit.  Doch noch während  er  sich  "selbster-geben"   fügen  will,  führt  ihn  diese  betriebliche  Szene  ge-danklich   zum   "geordneten   Werksablauf"   der  Ameisen,  was   ihn   mit  grosser   Befriedigung  erfüllt.  Nun  dreht  sich  sein  Denken  nur  mehr um die kleinen rührigen Krabbler. Im Geiste sieht er das rast-lose Gewusel auf  dem  aufgebauten Nadelstreu- und  Kleinstholzhügel,  der in Wahrheit ein  hoch-organisiertes  "Unternehmen"  ist.  Und,  wie verständigen sie sich?  Bei  diesem  Grübeln  überkommt  ihm  eine  ihm  ganz  unbekannte  Entspannung  und  innere Ruhe. Obwohl  er ger-ne wüsste, wie spät  es  ist, verzichtet er darauf,   die  Augen  zu   öffnen   und   auf   die  Uhr  zu  schauen :    "Gar  nichts -   t u n...!"

Endlich  scheint  er seinem Wunsch der  Verinnerlichung  nä-herzukommen.  Das  ständige Verlangen,  die  Augen  zu  öf-fnen, ist weg.  Die  Lider  werden  schwerer.  Ihn  interessiert  nichts anderes mehr als die  "Ruhe".  Allmählich bemächtigt sich seiner ein geistiger Dämmerzustand, während der "Welt-flüchtige"  noch  immer  die sanft würzige Aura des Waldes  wohltuend  wahrnimmt.  Doch  eine sich  unbemerkt   einge-stellte  Kraftlosigkeit  bemächtigt  nun  alle seine Sinne und unbewußt fällt er in eine wohltuende Umnachtung  -  an  die   er sich  im  Nachhinein  als große innere Befriedigung  und  Harmonie  erinnert -  Bis  er  schließlich in  eine beseligende   "Weltentrückung"  versinkt. 

Der laute Ruf  eines Falken, der über  den Wipfeln seine Run-den   zieht,  stört  den  " Waldträumer"  in   seinem  wonnigen  Schlummer.. Er  muss sich erst fassen und kehrt etwas betrübt in die Realität zurück. Sein erster Blick gilt der Uhr : "Da habe ich ja jetzt eine ganze Stunde geschlafen und bin euphorisch  über  den  Wolken  geschwebt",  reagiert er  schließlich völlig gelassen über die Störung  durch  den  Schreihals. "Jedenfalls  war  es ein wunderbares Erlebnis, das mir mit meinem  "Gar-nichts-tun"  widerfahren ist",  stellt er - mit  sich und  der Welt im Einklang - fest.  Dabei ist er sicher, dass dieser  einmaligen  Bewusstseinsausschaltung und der damit  verbundenen won- nevollen   "Selbstbegegnung"   noch  weitere  so   zwanglose  "Verinnerlichungen"  folgen  werden.  Auf dem Rückweg  aus dem  Forst fällt ihm auf, dass  keine Vogelstimme zu hören ist. (Das "geflügelte Volk"  ist wegen  des  feindlichen  Falkens  in Deckung gegangen).   Außerhalb   des  Waldes  bemerkt   er  auf  einem   Wiesenbuckel   mehrere   Krähen,  die   sich   hü-pfend  und  krächzend wahrscheinlich  darüber  unterhalten,  wo  es  für  ihre  hungrigen  Schnäbel  etwas  zu  holen  gibt.  Überhaupt scheint sich die ganze Gegend hier "verändert zu haben" :  Er  merkt nebenan  einen plätschernden  Bach,  am Waldrand   eines   Hügels  einige  riesengroße  Grantiblöcke,  einzelne   Vögel  und   Schmetterlinge,  von  denen  er  sogar einen   als   "Zitronenfalter"   erkennt. "Warum  habe  ich das alles nicht schon am Hinweg  bemerkt",  fragt er sich und  fühlt sich dabei wie neu geboren. Im  Weitergehen entdeckt  er  ge-genüber  dem  im  Tal  liegenden  Ort  einen  großen Baumbe-stand, bei  dem  es  sich um einen Hochwald  handeln  dürfte. "In   diesem  Forst  werden  meine  Frau  und  ich,  wenn  das Wetter   passt,  übermorgen   gemeinsam  eine   ,Gar - nichts    -  t u n-Stimulierung´  versuchen",  beschließt er froh gestimmt.  Da   seine  "Elvira"   eine   begeisterte   Naturfreundin  ist, wird sicher mitmachen.

    Loslassen - Freiwerden -      R e g e n e r i e r e n

ZUHAUSE ERZÄHLT  er  dann  Elvira  von  seinem   "Traum- Erlebnis"  und sie stimmt gleich  zu, dass sie am Donnerstag (Morgen steht schon ein Museumsbesuch in Eggenburg fest) gemeinsam   seine   Methode  der   "Weltdistanzierung  und Selbstregerierung"  ausprobieren werden.             Entsprechend ausgerüstet, wählen sie dann nach einem Tag, einen etwas ansteigenden Pfad, der eine Abkürzung in Rich-tung des angestrebten Waldes bildet, um dort  einen ruhiges Plätzchen zu finden, wo man seine  störenden  "Alle-Welt-Ge-danken"  los  werden kann. Auf ihrem Weg genießen sie  be-wusst  die  gute  Luft und  außergewöhnlich  geruhsame  Um-welt  mit  mehreren  blühenden Mohn- sowie zahlreichen Kar-toffel- und Flachsfeldern.    


FÜR USER:  BITTE LESEN SIE AUF DIESER SEITE WEITER ABSATZ LINKS UNTEN (SEITE 3 )